Unter den Besten Europas

Schiedsrichterassistentin Susanne Küng ist Kopf des Monats August Sie war eine von zwölf Schiedsrichterassistentinnen, die von der UEFA für das Finalturnier der Women's Champions League nominiert wurden. Dort konnte die Freiämterin Susanne Küng bei der Viertelfinalpartie zwischen dem FC Arsenal und Paris St. Germain assistieren. Josip Lasic

Susanne Küng hält regelmässig an grossen Spielen und Turnieren im Frauenfussball die Fahne hoch. Nicht nur ihre Fahne als Schiedsrichterassistentin, sondern auch die Freiämter Fahne. Die 32-Jährige, die in Merenschwand aufgewachsen ist und in Wohlen lebt, repräsentiert die Region in der grossen Welt des Fussballs. Seit 2012 ist Susanne Küng Assistentin auf FIFA-Niveau. Bei den Männern assistiert sie in der Challenge League. Bei den Frauen durfte sie schon als Assistentin an einer U17- und U19-EM sowie an einer U17-, U20- und Aktiven-WM teilnehmen. 2015 konnte sie mit der Schiedsrichterin Esther Staubli den Champions-League-Final der Frauen leiten.

Im August war sie – wieder an der Seite von Staubli – am Finalturnier der UEFA Women’s Champions League in Spanien dabei und hat beim Viertelfinal zwischen dem FC Arsenal und Paris St. Germain das Freiamt einmal mehr auf die Fussballlandkarte gesetzt.

Küngs Verein ist der FC Muri. Schiedsrichterverantwortlicher beim Club ist Walter End. Der 60-Jährige kennt Küng nicht nur von seiner Tätigkeit beim FC Muri. Er ist ihr Onkel. «Es erfüllt mich mit Stolz, dass Susanne auf einem solch hohen Niveau Spiele leiten darf», sagt End. «Bei ihr ist ein Naturtalent für das Schiedsrichterwesen vorhanden. Das soll aber nicht bedeuten, dass sie nicht viel leisten musste, um auf dieses Niveau zu kommen.»

Beim FC Muri ist sie ein Aushängeschild

Die Anwältin schreibt an der Uni Bern aktuell an ihrer Dissertation. Daneben muss sie sich körperlich fit halten, permanent Schiedsrichterkurse besuchen und sich über das neuste Regelwerk auf dem Laufenden halten. Aus diesem Grund sieht End seine Nichte kaum. «Viel Freizeit bleibt ihr nicht. Umso schöner ist es, dass sie bei Familienfesten immer anzutreffen ist. Wir tauschen uns dann über das Schiedsrichtern aus, aber nicht nur», sagt End lachend. «Sie ist eine ruhige und bescheidene Person geblieben und setzt sich als Schiedsrichterassistentin ein, weil es ihr Spass macht.»

Dennoch hat ihr Onkel die Freiämterin beim FC Muri stärker ins Rampenlicht gerückt, seit sie FIFA-Schiedsrichterassistentin ist. «Sie ist ein Aushängeschild für den Verein. Wir versuchen sie deshalb, so gut es geht an Vereinsanlässen einzubinden.»

Auch Michael Stadelmann, Spielerpräsident des FC Muri, sieht die Schiedsrichterassistentin als Aushängeschild seines Vereins. Wie Walter End teilt auch Stadelmann mehr mit Susanne Küng als nur den FC Muri. Gemeinsam besuchten sie vier Jahre lang die gleiche Klasse an der Kantonsschule Wohlen. Zu dieser Zeit spielte Stadelmann im Nachwuchs des FC Luzern und Küng war noch als Spielerin bei den Frauen des FC Muri aktiv. «Ich erinnere mich, dass wir sogar zusammen trainiert haben», sagt der Muri-Präsident. «Wir waren beide angefressen und haben auf den Fussballplätzen in Muri gemeinsam gekickt.»

Stadelmann erinnert sich: «Plötzlich stand sie in einem meiner Spiele mit der Fahne an der Seitenlinie.» Jetzt sind beide wieder für den FC Muri tätig. Wird die Schiedsrichterassistentin in den Medien erwähnt, sorgt der Clubpräsident dafür, dass es auf der Homepage und den Sozialen Medien des FC Muri landet. «Sie hat für unseren Verein eine Vorbildfunktion. Es ist leichter, Spieler oder Staffmitglieder zu finden als Schiedsrichter. Die braucht ein Club aber genauso», erklärt Stadelmann. «Susanne ist das beste Beispiel dafür, dass man auch auf diesem Weg im Fussball Karriere machen kann. Ihr Beispiel soll junge Leute animieren, bei uns als Schiedsrichter anzufangen.»

Amhof schwärmt von ihr

Jemand, der die Leistung und den Aufwand von Susanne Küng sehr gut einschätzen kann, ist Sascha Amhof. Der Sarmenstorfer war von 2013 bis 2017 selbst FIFA-Schiedsrichter. Jetzt ist er Ausbildungsverantwortlicher für Referees beim Schweizerischen Fussballverband. Er trifft die Freiämterin regelmässig an Kursen an. «Sie ist eine von zwölf Assistentinnen, die für dieses Finalturnier von der UEFA nominiert wurden. Susanne gehört zu den zwölf Besten ihres Fachs in Europa. Eine grossartige Leistung», erklärt Amhof.

Der Sarmenstorfer beschreibt Küng als die perfekte Assistentin. «Sie supportet die Schiedsrichterin kompetent, aber auf eine bescheidene Art. Susanne drängt sich nicht in den Vordergrund.»

Küng betont stets, dass sie die Ehre hat, an grossen Spielen und Turnieren teilzunehmen, weil sie die Assistentin von Esther Staubli ist und diese eine Koryphäe unter den Schiedsrichterinnen. Amhof: «So eine Aussage passt zu Susanne und ihrer bescheidenen Art. Ich kann garantieren, dass es nicht nur mit Esther Staubli zusammenhängt. Susanne ist fachlich auf allerhöchstem Niveau und zeigt sehr gute Leistungen.»

Der Freiämter beschreibt den Aufwand von Schiedsrichtern und Assistenten auf FIFA-Niveau. Sie trainieren täglich. Ihre Fitness und ihr Fachwissen werden laufend getestet. Vor einem grossen Turnier stecken die Unparteiischen viel Vorbereitung rein, obwohl es möglich ist, dass sie nach wenigen Tagen wieder nach Hause geschickt werden. «All das muss man mit dem Alltag in Einklang bringen und mit dem Beruf. Als Schiedsrichterassistentin bei den Frauen wird Susanne nicht reich. Das heisst, dass sie viel Leidenschaft für diese Tätigkeit mitbringt», sagt Amhof. «Und das seit mehreren Jahren. Die Ehre, ein Champions-League-Final-Turnier zu leiten, musste sie sich erarbeiten und ihre Leistungen über viele Jahre hinweg bestätigen.»

Erfolgsgeschichte, Medienberichte, Verein

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