Zuoberst angekommen

Eigengewächs Luca Passerini spielt neu für das Fanionteam des FC Muri

Es war ein langer Weg für Luca Passerini von der Jugendabteilung bis zur ersten Mannschaft. Ein Weg mit Höhen und Tiefen. Jetzt ist er endlich im «Eis» und möchte jungen Spielern als Vorbild dienen.

Acht Jahre alt war Luca Passerini, als er zum ersten Mal das Trikot des FC Muri anziehen konnte. Danach hat er sich nie wieder ein anderes übergestreift. «Als ich mit dem Fussball angefangen habe, spielte ich zuerst zwei Jahre lang beim FC Wohlen», erzählt er. «Das lag aber nur daran, dass es damals beim FC Muri noch nicht möglich war, in diesem jungen Alter zu starten. Sobald ich alt genug war, wechselte ich aber zu Muri und sehe den Club auch als meinen Stammverein an.»

Mittlerweile ist Passerini 23 Jahre alt. Die 15-jährige Verbindung zwischen ihm und den Klosterdörf lern wäre im Sommer beinahe zu Ende gegangen. In der vergangenen Saison hat er die zweite Mannschaft der Murianer in der 3. Liga noch als Captain angeführt. Bereits im letzten Herbst hat der Aussenspieler für sich entschieden, dass er sich in einer höheren Liga beweisen will.

Teil einer Fussballerfamilie

Als das «Zwoi» am Saisonende den Gang in die 4.Liga antreten musste, sah er sich in seinem Entschluss bestätigt. «Die Priorität war, in Muri zu bleiben. Hätte sich da keine Lösung gefunden, wäre ich vermutlich zu einem anderen Verein gewechselt.» Doch Club und Spieler waren sich schnell einig, dass Passerini eine Chance in der 1.Mannschaft erhalten soll. Und bei beiden Seiten scheint man zufrieden zu sein, dass es nicht zur Trennung kam. Jetzt nimmt Passerini zum zweiten Mal in seiner Karriere einen Anlauf im «Eis».

Der Aussenverteidiger stammt aus einer Fussballerfamilie. Das prominenteste Mitglied ist sein Onkel Alessio, der mit dem FC Wohlen 2002 in die Nationalliga B aufgestiegen ist und mit dem Lokalrivalen des FC Muri im Profifussball gespielt hat. Zuletzt fungierte er als Sportchef des FC Wohlen. Sein Vater Gianfranco hat ebenfalls selbst gespielt und war zuletzt Co-Trainer der 2. Mannschaft des FC Muri. «Er hat nicht auf ganz so hohem Niveau gespielt wie mein Onkel, aber ja, ich bin mit Fussball grossgeworden», sagt der Aussenverteidiger.

Mit 18 im Fanionteam

Bei diesen Genen und diesem Umfeld erstaunt es nicht weiter, dass er mit Talent und Leistung überzeugen kann. Im B-Juniorenalter wird er schon in die 2. Mannschaft hochgezogen. «In den A-Junioren habe ich nie gespielt. Kurz darauf durfte ich dann auch schon ins ‹Eis›.»

25. September 2016: Der FCMuri empfängt in der 1.Liga den SR Delémont. Kurz vor Schluss führen die Freiämter mit 1:0. Der damalige Trainer Carmine Pascariello will Zeit von der Uhr nehmen und wechselt in der 87.Minute den 18-jährigen Luca Passerini für Luigi Milicaj ein. Muri gewinnt und Passerini bestreitet seine ersten drei Minuten in der 1. Liga. Einen Spieltag später gastieren die Klosterdörfler in Zug. Als es in der Nachspielzeit 0:0 unentschieden steht, darf Passerini wieder für eine Minute ran. Erneut können die Freiämter das Ergebnis über die Zeit bringen. Nach nur vier Minuten Einsatzzeit war es das vorerst für Passerini in der 1. Liga. Am Ende der Saison steigen die Freiämter ab, ohne dass der Murianer zu weiteren Einsätzen kam.

In der 2. Liga interregional teilt ihm Trainer Miodrag Dedic mit, dass er nicht auf ihn setzen wird. «Das empfand ich als korrekt. So wusste ich, woran ich war, und konnte mich auf die zweite Mannschaft fokussieren.»

Zeichen an die Junioren im Verein

Böse ist er deswegen niemandem. «Ich war extrem jung, als ich den ersten Anlauf in der 1.Liga genommen habe. Danach konnte ich mich in der 2. Mannschaft weiterentwickeln und greife jetzt wieder an.» Sein Ziel ist, sich diesmal zu etablieren. «Es ist schön, dass ich bei meinem Stammverein die Chance erhalte, mich in der 1. Mannschaft zu beweisen. Das sollte eigentlich jeder Fussballer anstreben.»

Ihm gefällt, dass Muri Eigengewächsen diese Chance gibt. «Spieler wie Eduard Nikolla, ich oder in der letzten Saison ein Michael Iloski sind im Club gross geworden. Für Junioren können wir ein Zeichen setzen. Ein Zeichen, dass es sich lohnt, beim Verein zu bleiben. Man erhält seine Chance, sich zu zeigen», sagt er. Und mit dem Aufstieg hat der FC Muri bewiesen, dass man auch mit eigenen Spielern erfolgreich sein kann. «Das wollen wir dem Nachwuchs weiterhin zeigen, indem wir den Klassenerhalt sichern.»

Der Freiämter – Josip Lasic

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