Trotz zwei linken Füssen

Er hat drei Aufstiege und zwei Grossprojekte miterlebt. Maurus Weber ist eine der ganz grossen Figuren des FC Muri – auch nach seinem Engagement im Vorstand.

«Vielleicht mal Rasenmähen.» Maurus Weber lacht. Die Freude am FC Muri werde er ganz sicher nicht verlieren. «Damit hat der Rücktritt aus dem Vorstand überhaupt nichts zu tun», betont er. Engagieren will er sich weiter, wie ganz viele Ehemalige es tun. «Von solchen Freiwilligen lebt unser Verein.» Von Leuten, die mit Herzblut dabei sind. So wie es Maurus Weber in den letzten Jahrzehnten immer war.

Er muss lachen, wenn er auf seine eigenen fussballerischen Fähigkeiten angesprochen wird. «Ich habe zwei linke Füsse und in der Bez im Turnen lieber mit den Mädchen Fussball gespielt als mit den Jungs. Da fiel ich nicht derart ab.» Doch der Fussball hatte es ihm trotzdem angetan.

Vom Vater für den Fussball begeistert

Maurus Weber erzählt von seinem Vater, dem einstigen Regierungsrat Leo Weber. «Er war ein riesiger FC-Luzern-Fan und nahm uns ab und zu an Heimspiele mit.» Dort müsse das Feuer für den Fussball wohl entfacht worden sein. Später trainierte er eine Frauen-Fussballmannschaft kam in den 80er-Jahren auf den Geschmack des FC Muri. Seine Augen leuchten, wenn er von der Euphorie erzählt, die damals um den Verein herrschte und von der er sich damals anstecken liess.

Und seither hilft er mit, den FC Muri auf dem rechten Weg zu halten – trotz zwei linken Füssen.


Ganz loslassen wird es ihn nie

Nach 17 Jahren verlässt Maurus Weber den Vorstand des FC Muri – aber nicht den Verein

Er engagierte sich als Schiedsrichter. Er war dabei, als der erste FC-Muri-Fanclub gegründet wurde. Er unterstützt den Verein als Sponsor. Und er engagierte sich zweimal im Vorstand – total 17 Jahre lang. «Vor allem bin ich über all die Jahre eins geblieben und werde das auch nicht ändern: Fan», sagt Maurus Weber.

Die grossen Lobeshymnen sucht Maurus Weber nicht. «Es gibt so viele Menschen, die sich rund um den FC Muri engagieren, da will ich nicht ins Rampenlicht gerückt werden.» Er vergleicht es mit einer ganzen Maschinerie, an der jedes kleine Rädchen von besonderer Wichtigkeit ist. Symptomatisch ist die Situation vor dem Stadion, als Maurus Weber fotografiert werden soll. Es ist reiner Zufall, dass genau in diesem Moment Willy Strebel mit dem Rasenmäher vorbeifährt. «Auch er ist ein Rädchen, das seit Jahrzehnten für die FC-Muri-Maschinerie läuft», sagt Weber. Schliesslich lachen sie beide in die Kamera. «Wir sind beide graue Eminenzen beim FC Muri.»

In den 80er-Jahren wars, als Webers Begeisterung für den Fussballverein seinen Anfang nahm. «Im Dorf war eine riesige Euphorie zu spüren. Es passte alles», erinnert er sich. Dem Aufstieg in die dritte Liga folgte jener in die zweite Liga. Er erzählt von einem «richtigen Punch», war einer der Drahtzieher für den ersten Fanclub. Rote Pullover wurden bedruckt. Die Juniorenabteilung wuchs und erspielte sich immer bessere Resultate. «Der FC Muri machte durchs Band riesige Freude», erinnert sich Weber. Zusammen mit Urs Stierli, der heute Gemeindeleiter der Pfarrei Oberägeri ist, habe er jedes Spiel besucht. «Wir fuhren zusammen auch an fast alle Auswärtsspiele. Es war eine riesige Euphorie spürbar.»

Vom Schiedsrichter in den Vorstand

Teil des FC Muri sein, das wollte damals auch Maurus Weber. «Die fussballerischen Qualitäten hätten nicht gereicht», sagt er und lacht. Trotzdem wollte er seinen Beitrag leisten, besuchte Schiedsrichterkurse und pfiff Spiele der Junioren und Aktiven bis in die 4. Liga. Bis eine Diskushernie auch dies verunmöglichte. Doch Weber fand einen Weg, wie er sich weiterhin für «seinen» FC Muri einsetzen konnte. Als er von Hans Hübscher für den Vorstand angefragt wurde, zögerte er keine Sekunde. Sekretariat, Matchberichte, die Kommunikation, auch mit der Gemeinde – für diese Ressorts war Weber unter Präsident Markus Oehrli verantwortlich. «Wir haben alle einander geholfen. Das war eine fantastische Zeit.»

Auch der sportliche erste Grosserfolg fiel in diese Zeit: der erste Aufstieg in die 1. Liga. Und kurze Zeit später folgte das nächste grosse Highlight, der Neubau des Stadions Brühl. «Das hat uns damals viel Energie und Kraft gekostet. Planen, realisieren, verhandeln, diskutieren», erinnert sich Weber, der damals in der Sportplatzkommission sass. 1989 wurde das neue Stadion Brühl eröffnet. «Ein Meilenstein.»

Nicht nur einfache Zeiten

Solche sollten in Webers Zeit als Vorstandsmitglied weitere folgen. Zwei weitere Aufstiege und nun der Einbau des Kunstrasenfelds und damit die Lösung für die Knappheit an Trainingsfeldern, vor allem im Winter. «Dass ich bei all diesen Meilensteinen dabei war, ist Zufall», sagt er bescheiden. Zumal sich Weber nicht durchgehend im Vorstand engagiert. Als er in den 90er-Jahren nach Mettmenstetten zog, trat er zurück. «Verbunden mit dem Verein blieb ich aber auch in dieser Zeit.» An den Spielen sei er auch in dieser Zeit gerne dabei gewesen. «Schliesslich sind hier viele meiner Freunde.»

Und Weber kam zurück in den Vorstand, als die Zeiten vor einigen Jahren schwieriger wurden, als es Vakanzen im Vorstand und einen Wechsel im Präsidium gab. «Keine einfache Zeit, auch die Finanzen gerieten in Schief lage.» Gemeindeschreiber Erich Probst übernahm das Präsidium und Weber sagte ihm zu: «Ich übernehme das Amt des Vizepräsidenten und helfe gerne mit.» Auch die zweite Zeit im Vorstand beschreibt er als schön, «auch wenn der Abgang von Erich Probst es sicher nicht war». Warum eigentlich er nie Präsident geworden ist? Weber lacht: «Ich bin nicht der präsidiale Typ, arbeite lieber im Hintergrund, dafür viel.» Zumal der aktuelle Präsident Michael Stadelmann bei der Verabschiedung Webers an der kürzlich durchgeführten GV meinte, dass Weber trotz offiziell anderen Ämtern sein Präsident gewesen sei. «Ich machte es gerne. Und werde mich auch in Zukunft für die Anliegen des Vereins einsetzen.» Weber bleibt grosszügiger Sponsor. «Nur weil ich aus dem Vorstand zurücktrete, ändert sich daran nichts.» Für viele wird er nach wie vor der Ansprechpartner rund um Fragen und Themen zum FC Muri bleiben.

Die Verbindung Webers zum FC Muri ist nach wie vor intensiv. Warum er genau in diesem Moment und kurz vor der Eröffnung des neuen Hauptfeldes zurücktritt? «Ich wurde Anfang Jahr pensioniert», sagt Weber. Sein Blick schweift quer durch sein Büro an der Seetalstrasse. «Ja, als Unternehmer wird man nicht pensioniert. Entsprechend wollte ich in anderen Ämtern kürzertreten.» Hinzu kommen gesundheitliche Gründe in der Familie. Aber eben, dem FC Muri bleibt er weiterhin treu. «In allererster Linie als Fan.»

Der Freiämter – Annemarie Keusch

Erfolgsgeschichte, Verein

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