Steigerungslauf ohne Happy End

Der erste Saisonsieg liegt in der Luft, doch mit einer Unachtsamkeit kurz vor Schluss bringt sich der FC Muri um den Punktgewinn. Noch lange nach Spielschluss hadern einige Murianer Exponenten mit dem Schiedsrichter, der dem Heimteam zehn Minuten vor Spielende ein sehenswertes Tor wegen Offsides aberkennt und damit viel Unmut auf sich zieht.

«Da bin ich wirklich auf die Bilder gespannt», meint denn auch der sichtlich verärgerte Captain der Murianer Simone Parente nach dem Schlusspfiff. «Wir haben es defensiv sehr gut gemacht, alle haben Verantwortung übernommen und sind füreinander gegangen. Es war ein anderer FC Muri als noch letzte Woche, umso bitterer ist diese Niederlage.» Tatsächlich spielt das Team von Trainer Luca Ferricchio in der zweiten Spielhälfte auf Augenhöhe mit den Thunern mit. Der Gegner ist in der ersten Halbzeit noch die deutlich bessere Mannschaft, doch kann Überlegenheit nicht in Tore ummünzen. «Da waren wir meist zu weit weg vom Gegner und haben ihm zu viel Platz gelassen», analysiert der Trainer den mässigen Auftritt seiner Truppe vor der Pause. Kaum ein kompletter Spielzug gelingt der Heimmannschaft, die Angriffsauslösung klappt so gut wie nie. Wesentlich gepflegter Spielauf bau bei den Gästen, doch dank der tadellosen Defensivarbeit der Murianer bleibt das Spiel bis zum Pausentee torlos. «Ja das war offensiv wirklich nicht gut am Anfang, es gab kaum Anspielstationen im Angriff und die Abstände waren viel zu gross», erklärt Abwehrchef Parente die anfängliche Offensivflaute seines Teams.

Zu viele Chancen für ein Tor

Besser wird es nach der Einwechslung von Yannik Wiget und vor allem jener von Roger Eschmann nach einer knappen Stunde. Mit seiner Schnelligkeit reisst er Lücken in die gegnerische Abwehr und schafft damit mehr Räume für die Mitspieler. Sowohl Mateus Nunes als auch Thibault Lancry haben mehrere Chancen, vergeben diese aber allesamt. «Natürlich lag der Fokus auf der defensiven Stabilität, aber wir wollten schon auch Tore schiessen», ärgert sich der Trainer über die mangelnde Effektivität im Abschluss. «Wir brauchen leider immer noch zu viele Chancen für ein Tor, und dann gehst du wegen einer Unachtsamkeit halt mit leeren Händen nach Hause.»

Doch kurz vor dem goldenen Tor für die Thuner hätte die Partie auch eine ganz andere Wendung nehmen können: Nach einem schnell vorgetragenen Angriff über rechts kommt an der linken Strafraumgrenze Yannik Wiget an den Ball und schlenzt diesen in der 82. Minute herrlich in die Torecke oben rechts – unhaltbar. Der Jubel im Stadion Brühl und auf dem Platz kennt keine Grenzen, aber nur bis zum Offside-Pfiff des Unparteiischen. Ungläubige Blicke hüben wie drüben, wild gestikulierende Betreuer und fassungslose Fans auf der Tribüne – es hilft nichts, der Treffer wird nicht gegeben.

Bitter: Gegentor in der 92. Minute

Und wenn das Glück fehlt, kommt halt häufig noch Pech dazu. Der Konzentration des Heimteams war diese Szene jedenfalls nicht zuträglich, denn sage und schreibe vier Verwarnungen holen sich die Murianer danach innert Kürze ab. Und ein eigentlich harmloser Ballverlust im Mittelfeld führt dann kurz vor Schluss noch zu einem letzten Thuner Angriff, den der eingewechselte Stürmer Oksüz im zweiten Anlauf über die Torlinie drückt. Damit stürzt er die Klosterdörfler in der 92. Spielminute doch noch ins Elend.

Trotzdem nehmen sowohl der Trainer als auch der Captain einiges an Positivem aus dieser Partie. Trainer Ferricchio sagt: «Mit der heutigen Einstellung wird das Glück früher oder später auf unsere Seite kippen. Wir kommen ja zu Chancen, wir müssen einfach noch etwas mehr Überzeugung auf die letzten Meter bringen, dann werden sie irgendwann auch reingehen.» Die nächste Gelegenheit bietet sich dem FC Muri am nächsten Samstag um 18 Uhr beim Auswärtsspiel gegen Concordia Basel.


Schwere Zeiten für Kreativspieler

Miguel Ferreira ist ein technisch starker Fussballer mit einem guten Auge für seine Mitspieler. Er trägt seit mehreren Jahren die Nummer 10 beim FC Muri und ist ein Mittelfeldregisseur ohne Allüren. Zurzeit essen die kreativen Spieler jedoch hartes Brot, steht doch die defensive Ordnung über allem. Möglichst keine Tore kassieren lautet die wichtigste Devise. «Klar sind die letzten Resultate nicht gerade förderlich, um der Mannschaft mehr Sicherheit zu geben», lautet denn auch sein Befund. «Wir haben aktuell ein wenig Mühe, das Spiel zu verbinden», meint er weiter. «Häufig sind wir noch zu ängstlich, im richtigen Moment den richtigen Pass zu spielen, und müssen dann auf lange Bälle ausweichen, was sicher nicht optimal ist», sagt Muris zentraler Mittelfeldspieler. Eine weitere Konsequenz ist, dass Muri den Ball oft sehr schnell wieder an den Gegner verliert und entsprechend viel Laufarbeit leisten muss. «Die Thuner haben das clever gemacht und den Ball gut in ihren Reihen zirkulieren lassen. Das ist natürlich sehr anstrengend und kostete uns viel Kraft und am Schluss leider auch Punkte.» Doch Ferreira ist zuversichtlich, dass es spielerisch auf dem Platz schon bald wieder aufwärtsgeht und zu (Defensiv-)Arbeit wie auch wieder zu (Offensiv-)Vergnügen kommt.

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