Pleiten, Pech und Pannen

Trainer Piu, Spielerpräsident Michael Stadelmann, Leiter Sport Yanick Hofer und Captain Michael Hohl ziehen Bilanz. Der ehemalige Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann prägte den Satz: «Erst hatten wir kein Glück, dann kam noch Pech dazu.» Dieses Zitat passt gut zur Vorrunde des FC Muri. Verletzungspech, Spieler die mitten in der Saison abwandern, unglückliche Schiedsrichterentscheidungen und viel mehr hat einen Rattenschwanz ergeben, wegen dem Muri knapp über dem Abstiegsstrich steht. Pläne, wie es besser wird, sind aber da.

Comeback in Etappen

FC Muri: Trainer, Präsident, Leiter Sport und der Teamcaptain ziehen Bilanz über die Vorrunde in der 2. Liga interregional

Der FC Muri wollte dieses Jahr unter den besten fünf der Liga spielen. Stattdessen trennen sie vier Punkte und ein Rang von den Abstiegsplätzen. Wie konnte das passieren? Und wie geht es weiter?

Das letzte Spiel vor dem coronabedingten Saisonunterbruch verliert Muri mit 1:3 in Einsiedeln. «Vor diesem Spiel hätte ich gesagt, dass wir zu weit unten in der Tabelle klassiert sind», sagt Yanick Hofer, Goalie, Vizecaptain und Leiter Sport in Personalunion. «Nach diesem Spiel bin ich vorsichtig. Wir waren richtig schlecht.»

Diese eine Partie sieht der 24-Jährige als Puzzlestück im Vorrundentief der Murianer. «Das war das einzige unterirdische Spiel von uns. Eine schlechte Partie gibt es in jeder Saison. Das Problem ist, dass wir, wenn der Gegner gleichwertig oder schwächer war, viele Punkte liegen lassen haben.» Zehn Spiele, drei Siege, ein Unentschieden, fünf Niederlagen. Zu wenig für Muri.

Probleme sind erkennbar

«Wir haben nie über 90 Minuten unser Maximum abrufen können», sagt Captain Michael Hohl. «Es gab Spiele, in denen wir viele gute Sequenzen hatten. In denen waren wir über lange Strecken die bessere Mannschaft. Nicht mal alle diese Partien konnten wir gewinnen», erklärt Hohl weiter. «Dazu kam, dass auf so ein Spiel meist eines folgte, in dem auch die guten Sequenzen fehlten. Wir waren nicht besonders gut in diesen Partien und haben häufig verloren.» Der Captain erklärt, dass sein Team grössere Ambitionen hatte als Tabellenrang 10. Was hat gefehlt? «Viele verletzte Spieler konnten wir nicht gleichwertig ersetzen. Wir haben auch viele dumme Gegentore kassiert. Oft durch Pech, aber häufig durch eigenes Unvermögen.» Hofer gibt dem Captain recht: «Wir konnten uns nie in einen Lauf spielen, nie zwei Spiele am Stück gewinnen.»

Wie schleichen sich diese vielen Fehler ein? Trainer Piu ist erstaunt. «Die Trainings laufen gut. Das Team steigert sich, ist spielerisch besser geworden. Auf dem Platz setzen wir unser System um. Trotz diesen Qualitäten verlieren wir Spiele.»

Auch Spielerpräsident Michael Stadelmann ist erstaunt. «Die Trainings sind gut besucht und machen viel Spass. Die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist trotz der Situation gut. Auf dem Platz machen wir uns mit Kleinigkeiten aber alles kaputt.» Der Präsident möchte auch das Positive hervorheben. Stimmung und Spielstärke sind Dinge, auf denen man aufbauen kann.

Keine Heimmacht mehr

Ein weiteres Problem: Die Heimschwäche. In den letzten drei Saisons verloren die Klosterdörfler von 35 Heimspielen nur fünf. Zwei davon im Cup gegen die höher klassierten St. Gallen und Rapperswil-Jona. In der laufenden Saison gab es in fünf Heimspielen nur zwei Siege.

Die Murianer sehen die Verletzungen als grösstes Problem. Stadelmann: «Es gab zu viele Absenzen. Sei es durch Verletzungen, Sperren oder andere Gründe.» Er ergänzt: «Gemessen daran, haben wir uns gut verkauft.» Trainer Piu musste bei der Aufstellung oft improvisieren. Aussenverteidiger spielten auf dem Flügel, Innenverteidiger Daniele Garofalo im Sturm. «Ich musste kreativ werden», sagt Piu. «Teilweise hat es funktioniert. Das ist aber keine langfristige Lösung.» Besonders im Sturm ist die Lage prekär. Nedim Brzina und Stephen Peacock haben mitten in der Saison die Flinte ins Korn geworfen und den Verein verlassen. Loris Völker und Sandro Ravelli sind verletzt. Piu hat keine Stürmer.

Letzte Etappe: Angriff auf Spitzenränge

Die Probleme wurden erkannt. Das ist die erste Etappe. Die zweite ist, sie zu lösen und aus dem Bereich der Abstiegsplätze herauszukommen. «Das muss mit dem aktuellen Team möglich sein», sagt Leiter Sport Yanick Hofer. «Wir haben zu viel Qualität, um bei den Abstiegsplätzen zu sein.»

Reicht das dem FC Muri? Will man die dritte Etappe angehen und die Spitzenränge in Angriff nehmen? «Wollen wir nochmal angreifen, braucht es Verstärkungen», sagt Hofer. Piu erklärt, auf welchen Positionen: «Wir müssen einen guten Stürmer verpflichten. Einen, der Klasse auf diesem Niveau mitbringt. Auf den Flügelpositionen sind wir auch dünn besetzt und benötigen Verstärkungen.»

Gezielte Investitionen und viel hartes Training

Leiter Sport Yanick Hofer sieht das ähnlich. «Stürmer und Flügelspieler sind ein Muss», erklärt er. «Alles andere ist Dessert. Mir ist klar, dass wir mit vier oder fünf Verstärkungen besser gewappnet wären für die Rückrunde. Das liegt aber nicht im Bereich des Möglichen.» Spielerpräsident Michael Stadelmann unterschreibt das. «Wir werden das Kader nicht aufblasen. Es wird punktuelle Verstärkungen geben auf den Positionen, wo wir wirklich grosse Probleme haben. Ansonsten ist das Kader schon gross», erklärt er. «Wir müssen im Training mehr Fokus auf die Regeneration legen. So können wir Verletzungen verhindern.» Der Präsident sieht im Training den grössten Schlüssel zum Erfolg. «Jeder von uns muss noch besser werden.»

Captain Hohl sieht ebenfalls in der Verletzungsprophylaxe Potenzial: «Nach dem Abbruch der vergangenen Saison haben wir in der langen Zeit zu wenig gemacht. Das hat auch zu Verletzungen geführt. Wir müssen jetzt diszipliniert sein und uns fit halten. Sonst haben wir wieder die gleichen Probleme.»

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