Nicht nur die Frisur sitzt

Eine eingeschworene Truppe gegen starke Individualisten. Zweiter gegen Erster. Der FC Muri empfängt Rotkreuz. Es ist der Höhepunkt der Vorrunde. Die Murianer sind im Höhenflug und stecken voller Selbstvertrauen. Das zeigen die Worte von Captain Michael Hohl und Trainer Piu.

Die Frisur bei Captain Michael Hohl sitzt immer perfekt. Und in dieser Saison stimmt auch die Richtung des FC Muri. «Es läuft in dieser Spielzeit um einiges besser als letzte Saison», sagt der 30-jährige Hohl, der im Team den Spitznamen «El Capitano» trägt. Ausser dem 1:1 gegen Grenchen und der 0:1-Pleite gegen Mutschellen haben die Klosterdörfler alle ihre Spiele gewonnen. Der Lohn: 22 Punkte und der 2. Tabellenrang. Auffällig: Ausgerechnet der Ausrutscher im Freiämter Derby gegen Mutschellen hat das Team aufgerüttelt. Danach hat man die Gegner reihenweise vom Platz geballert. 7:1 gegen Klingnau, 4:2 gegen Lachen, 6:1 gegen Adliswil und 3:0 gegen Sursee.

Hohl spielt eine Granaten-Saison

Die Gründe sind für Captain Hohl klar: «Wir haben ein breiteres Kader. Ausserdem haben wir mehr Qualität als letzte Saison. Wir sind als Team auch mehr zusammengewachsen. Der Erfolg führt natürlich auch zu einer besseren Stimmung», sagt Hohl.

Bestes Beispiel für den Murianer Höhenflug ist er selber. Michael Hohl spielt eine granatenhaft starke Saison. Er ist an den Spielen omnipräsent, beackert den ganzen Platz. Ob mit links oder rechts: Seine Abschlüsse sind brandgefährlich. Mit acht Saisontoren ist er der erfolgreichste Skorer des FC Muri. Der feine Techniker schiesst viele Tore, erledigt seinen eigenen Job hervorragend – und findet noch die Kraft, um seine Mitspieler anzutreiben. «Er unterstützt, er treibt an, er motiviert. Auf und neben dem Platz ist er ein absolut toller Captain», sagt Trainer Piu. «Er tut alles für den FC Muri. Vorbildlich», meint der Brasilianer weiter. Und dann kommt ein ganz besonderes Kompliment. Der erfahrene Piu, der als Profifussballer viele Vereine erlebt hat, sagt: «So einen genialen Captain habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt.»

«Halb-Sinser und Halb-Murianer»

Hohl kann angesichts dieser Worte nur bescheiden lächeln und sich seine stets perfekt frisierten Haare richten. Er gibt Vollgas, um mit dem Team Grosses zu erreichen. So wie früher. 2008 kommt er als 17-Jähriger zum FC Muri, feiert dann zwei Aufstiege. Zuerst in die 2. Liga inter und 2011 in die 1. Liga classic. Ausser einem rund 2-jährigen Abstecher zu seinem Stammklub Sins blieb er immer auf der Brühl. Der Auwer, der heute mit seiner langjährigen Freundin in Merenschwand lebt, fühlt sich fussballerisch als «Halb-Sinser und Halb-Murianer». Er sei aber «zu 100 Prozent motiviert, hier etwas zu reissen». Das Wort «Aufstieg» nimmt er nicht in den Mund. «Ich würde aber so lange wie möglich gerne vorne dabei sein. Und mit dieser Mannschaft ist das möglich.»

Am Sonntag kann man beweisen, wie reif und stark man wirklich ist. Zu Gast ist der Tabellenführer aus Rotkreuz. Das Team von Trainer René Erlachner ist eine Truppe aus starken Einzelspielern. Fussballer, die schon in höheren Ligen kickten. Und Brasilianer, die technisch in einer eigenen Liga kicken. «Rotkreuz ist sicherlich der stärkste Gegner dieser Liga mit starken Individualisten», meint Captain Hohl. «Und wir sind als Team stark und haben das bessere Kollektiv. Wir müssen aggressiv rein, kompakt stehen, konzentriert sein und mit Freude spielen. Dann haben wir die Chance auf den Sieg. Erst recht, weil wir in unserer Brühl spielen.»

Einige wichtige Spieler fehlen

So sieht es auch Trainer Piu. «Gegen diese erfahrene Mannschaft müssen wir in jeder Sekunde auf der Hut sein. Rotkreuz hat die besseren Einzelspieler. Wir haben das bessere Team», so Piu. Die Murianer müssen beim Spitzenkampf auf wichtige Teamstützen verzichten. Belmin Mrkonja fällt sechs Wochen wegen einer Fussgelenksverletzung aus. Jan Burkard wird nächste Woche an der Schulter operiert und fällt bis zu vier Monaten aus. Michael Stadelmann kann aufgrund von Kniebeschwerden nicht mittun und Bruno Justino ist aus privaten Gründen nicht dabei. Immerhin: Mit Basil Gmür kehrt ein wichtiger Akteur nach einer Verletzung zurück ins Kader.

Bei einem Sieg winkt der Leaderthron

«El Capitano» Michael Hohl sagt: «Wir sind einen Schritt weiter als letzte Saison.» Die Form stimmt also. Gegen den Ligakrösus Rotkreuz ist nun der Moment gekommen um zu zeigen, dass man sogar reif für die Spitze ist. Mit einem Sieg übernimmt der FC Muri den Leaderthron. So würde nebst der perfekten Frisur von Hohl auch die Tabelle wie angegossen sitzen.

Der Freiämter – Stefan Sprenger

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