Leader und treue Seele

Meisterschaft, 2. Liga interregional

Der 29-jährige Michael Hohl ist Captain des FC Muri. Er analysiert die aktuelle Situation seines Vereins und gibt klare Ziele für die kommenden Spiele vor. Die Mannschaft muss über 90 Minuten ihr Maximum geben.

Wenn der FC Muri morgen Samstag, 18 Uhr, im Rappenmöösli in Einsiedeln zum Derby der Klosterdörfer aufläuft, will Captain Michael Hohl sein Team zum Sieg führen. «Wenn wir unser Ziel weiterhin verfolgen, in der Spitze mitzuspielen, brauchen wir drei Punkte. Wenn wir Abstand auf die hinteren Tabellenplätze schaffen wollen, brauchen wir drei Punkte. Wenn man das Potenzial unserer Mannschaft ansieht, dann müssen wir drei Punkte holen. Es gibt keine Diskussionen.»

Der Mittelfeldspieler weiss, dass Einsiedeln auswärts kein leichter Gegner ist. Dennoch wählt er klare Worte. Sein Team hat sich bisher in der Meisterschaft unter Wert verkauft. Sieben Spiele, drei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlagen. Eine Tordifferenz von 13:13 und Tabellenrang 7. Mehr Mittelmass geht nicht. Wieso läuft es bei den Murianern nicht so, wie gewünscht? «Wenn die Antwort auf diese Frage so einfach wäre, hätten wir die Fehlerquelle längstens abgestellt», sagt der 29-Jährige. «Tatsache ist aber, dass wir es nicht schaffen, unsere Leistung über 90 Minuten abzurufen. Wir waren in keinem Spiel der bisherigen Saison unterlegen. Oft schleichen sich Spielphasen ein, in denen wir dumme Gegentore kassieren. Dadurch verschenken wir Punkte.»

Grosse Vereinsverbundenheit

Trotz allem ist der Teamcaptain positiv gestimmt. Er ist überzeugt, dass Muri genug Qualität hat, um vorne mitspielen zu können und dass die Klosterdörfler die Kurve in dieser Saison noch kriegen. Als besondere Stärke hebt er den Teamgeist und die Vereinsverbundenheit zahlreicher Akteure vor. Michael Hohl gehört zu einem harten Kern von Spielern aus der Region, die schon länger im Verein sind und grösstenteils aus der Region stammen. «Der Club hat diesbezüglich in den letzten Jahren grossartige Arbeit geleistet. Dass Yanick Hofer und Michael Stadelmann jetzt auch Vorstandsmitglieder sind, spricht umso mehr für die Vereinsverbundenheit.»

Wie gross der Teamkitt ist, sieht man am Beispiel von Michael Hohl selbst. Zur Saison 2018/19 setzt der damalige Trainer Miodrag Dedic Sandro Streuli als Captain ab und gibt Hohl die Binde. «Was der Grund dafür war, weiss der Trainer am besten», sagt Hohl. «Für mich ist es eine Ehre, Captain des FC Muri zu sein. Sandro war aber ein genauso guter Anführer. Wichtig ist, dass das unserer Freundschaft nicht geschadet hat.» Laut der Datenbank von Transfermarkt standen Hohl und Streuli insgesamt 139 Mal gemeinsam auf dem Feld. Mit niemandem sonst haben sie mehr Spiele bestritten. «So schnell kann man die Chemie zwischen uns beiden nicht kaputtmachen», sagt der Freiämter mit einem Augenzwinkern.

Ein Ur-Freiämter

Dass dem Muri-Captain die Chemie im Club passt, hat mit seinem Wesen und seinem fussballerischen Werdegang zu tun. In Auw aufgewachsen, fängt er beim FC Sins mit dem Fussballspielen an. Mit 17 wechselt er zur Saison 2008/09 zum FC Muri. Die Klosterdörfler spielen zu diesem Zeitpunkt in der 2. Liga regional, können ihm aber eine bessere sportliche Perspektive anbieten. Bereits in der ersten Saison gelingt ihnen der Aufstieg in die 2. Liga interregional. Später steigt Hohl mit den Murianern sogar in die 1. Liga auf.

Im Winter 2016 kehrt er zurück nach Sins. Dort lernt er auch Trainer Miodrag Dedic kennen, der ihn 2018 zurück auf die Brühl holt. «Zweieinhalb Jahre war ich weg», sagt der Captain. «Aber ich war in Sins. Ich kenne keine anderen Vereine ausser meinem Stammclub und Muri.»

Immer bei den gleichen zwei Clubs, immer im Oberfreiamt. Michael Hohl ist eine treue Seele. Deshalb kann er gewisse Spieler nicht verstehen. Zum Saisonstart stehen mit Nedim Brzina und Stephen Peacock zwei Stürmer mehr im Muri-Kader. Beide haben nach Saisonstart urplötzlich den Verein verlassen. «Ich bin eher ein Typ, der Dinge durchzieht, wenn er sie mal angefangen hat. Klar muss man nichts durchstieren, was offensichtlich nicht klappt. Aber sie haben sich zuerst dazu bereiterklärt und uns dann plötzlich den Rücken gekehrt. Hätten sie sich vorher entschieden, hätten wir reagieren können.»

Nur Positives über Trainer Piu

Der Mittelfeldspieler lobt aber, wie Trainer Piu mit der Situation umgegangen ist. «Die Idee, Daniele Garofalo im Sturm aufzustellen, war sehr gut. Es ist keine langfristige Lösung, da wir Daniele in der Abwehr benötigen. Kurzfristig hat Piu aber schnell gesehen, wie wir das Problem am besten angehen.» Allgemein lässt er auf den Trainer nichts kommen. Die Arbeit mit Piu sei grossartig. Hohl hält sehr viel von Pius Spielphilosophie und ist der Meinung, dass der Trainer guten, frischen Wind in das Team und den Club gebracht hat.

«Jetzt kehren die vielen verletzten Spieler langsam zurück. Dadurch sollte es wieder aufwärts gehen.» Die Verletzungen spielen auch eine Rolle, wieso es nicht optimal für Muri läuft. So war im Spiel gegen Leader Lachen/ Altendorf irgendwann die Luft raus bei Muri. Plötzlich fängt sich das Team in einer Minute zwei Tore und spielt nach einer 2:0-Führung nur 2:2 unentschieden. «Wir haben wieder unsere Phase eingezogen, wo wir zu viele Fehler gemacht haben. Das wurde bestraft. Aber das Spiel war am letzten Samstag. Am Montag darf es einen noch stören. Am Dienstag muss man schon nach vorne schauen.» Der Captain zeigt Leaderqualitäten. Keine Ausreden und Blick nach vorne. Er gibt den Weg für sein Team vor. Und wenn das Team dem Captain folgt, kann es noch eine gute Saison für den FC Muri werden.

Der Freiämter – Josip Lasic

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