«Ich will überall Spass haben»

Die Vorrunde der 2. Liga interregional ist beendet. Der FC Muri überwintert mit 26 Punkten auf dem 3. Rang. Aufsteiger Mutschellen mit 18 Zählern auf dem 7. Platz. Diese Zeitung hat den beiden Trainern Piu (Muri) und Sergio Colacino (Mutschellen), die sehr gut befreundet sind, sechs gleiche Fragen gestellt.

Was war Ihr Highlight der Vorrunde?

Piu: Der 4:2-Sieg gegen den FC Lachen/Altendorf auswärts. Das war an Spannung kaum zu überbieten und einfach ein geiles und brutales Spiel. Ein Hin und Her. Ich kriege immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Für mich als Trainer war es ebenfalls sehr aufschlussreich. Denn ich glaube, eine Saison zuvor hätten wir solch ein Spiel noch verloren.
Sergio Colacino: Wir haben in der Vorrunde total 18 Punkte geholt und hätten noch mehr holen können. Es gibt noch Luft nach oben. Die Mannschaft hat eine gewisse Konstanz und das freut mich enorm.

Was war Ihr Tiefpunkt der Vorrunde?

Piu: Die 0:1-Niederlage zu Hause gegen Rotkreuz. Es war eine tolle Stimmung, viele Zuschauer in der Brühl und wir hätten mit einem Sieg die Tabellenführung von Rotkreuz übernehmen können. Leider fehlten uns wichtige Spieler, sonst hätte es vielleicht zu mehr gereicht.
Colacino: Die beiden Niederlagen gegen Unterstrass und Klingnau gleich nacheinander waren ein Tiefpunkt der Vorrunde. Diese Spiele dürfen wir nie und nimmer verlieren.

Wieso steigt der FC Muri auf?

Piu: (Lacht) Wir müssen nicht aufsteigen. Wir müssen da bleiben, wo wir jetzt stehen. Aktuell hat der FC Muri eine wunderbare Truppe mit tollen Fussballern, die lernwillig sind. Wenn es für den Aufstieg reicht, umso besser. Das ist aber nicht das primäre Ziel. Wir wollen oben mitmischeln und die Saison unter den besten vier Teams abschliessen.
Colacino: Ob der FC Muri aufsteigt oder nicht, kann ich nicht sagen. Ich glaube aber, die Rückrunde wird enger als die Vorrunde. Muri hat den besten Mix dieser Liga und wird noch konstanter auftreten. Ich bin gespannt, wie es sich an der Spitze der 2. Liga interregional entwickelt. Ich glaube, es wird enorm knapp.

Steigt der FC Mutschellen ab?

Piu: Nein, nein. Der FC Mutschellen ist dafür viel zu stark. Sie haben den Tritt in dieser Liga gefunden. Das freut mich als Ex-Trainer natürlich sehr. Mein Kumpel Sergio Colacino macht einen guten Job und stellt die Mannschaft jeweils hervorragend ein.
Colacino: Ich bin überzeugt, dass wir nicht absteigen. Mein Team will unbedingt in der 2. Liga interregional bleiben. Und so, wie wir auftreten, haben wir auch gute Chancen, den Klassenerhalt zu erreichen. Die Mannschaft tut jedenfalls alles dafür und das stimmt mich sehr zuversichtlich.

Was war für Sie die Überraschung des Fussballjahres 2021?

Piu: In der Schweiz war es definitiv der FC Basel. Das hätte wohl keiner erwartet, dass sie in der Super League auf dem 1. Platz sind. International hat mich die italienische Fussballnationalmannschaft an der Europameisterschaft sehr überrascht. Damit haben die wenigsten gerechnet, dass sie den Titel holen.
Colacino: Mich überrascht so schnell nichts.

Was wollen Sie im neuen Jahr erreichen – und wie?

Piu: Gesund bleiben. Spass am Leben, Zeit mit Freunden und Familie haben.» Und Freude auf dem Fussballplatz. Ich möchte eigentlich überall Spass haben. Das Leben ist so kurz, wir müssen es jeden Tag geniessen. Die Jahre fliegen so schnell vorbei, krass. Ich will als alter Mann einmal zurückblicken und sagen: «Mein Gott, Piu, das war eine fantastische Zeit mit viel Spass.»
Colacino: Ich möchte das A-Diplom schaffen. Das wird schwierig und herausfordernd. Und natürlich den Klassenerhalt mit dem FC Mutschellen.

Der Freiämter – Stefan Sprenger

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