«Haben Piu viel zu verdanken»

Meisterschaft, 1. Liga Classic

Emmenbrücke vs. Muri

Letzte Saison war Michael Stadelmann noch Spielerpräsident beim FC Muri. Jetzt kickt er nur noch bei den Senioren und muss etwas hilflos mit ansehen, wie das Team Mühe hat in der 1. Liga classic. Er spricht über die bisherige Saison und seine Hoffnungen für den weiteren Verlauf.

Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf des FC Muri?

Michael Stadelmann: Meinen Sie jenen der Senioren oder der 1. Mannschaft (lacht)?

Der 1. Mannschaft.

Der Start war sicher nicht ideal. Wir wussten aber, dass es schwierig wird. Die Mannschaft hat einige gute, erfahrene Spieler verloren. Klar haben wir uns erhofft, dass vielleicht aus den ersten sieben Spielen auch ein Sieg herausspringt. So wie ich das beurteilen kann, haben wir bisher aber auch eher gegen die stärkeren Gegner gespielt. Das Team wird schon noch Punkte holen.

Woran liegt es aus Ihrer Sicht, dass der Start so harzig lief? Einzig an den Abgängen?

Ich habe auch den Eindruck, dass der Teamgeist nicht mehr so stark ausgeprägt ist wie in der letzten Saison.

Das hängt aber mit den Abgängen zusammen oder nicht? Es sind ja einige «Ur-Murianer» nicht mehr dabei. Darunter auch Sie.

Ja, wir hatten einen harten Kern in der Mannschaft. Dazu gehörte Sandro Streuli, der schon eine Saison vorher seine Karriere beendet hat. Aber auch Leute wie Loris Völker, Reto Brügger, Michael Hohl, Goalie Yanick Hofer oder ich. Die Idee wäre gewesen, dass wir alle nacheinander aufhören. Jetzt kam es so, dass auf einen Schlag mehrere dieser Spieler den Verein verlassen haben. Es kann sich aber durchaus wieder so ein harter Kern bilden. Ich sehe da viel Potenzial bei Spielern wie Joel Trüb, Jan Burkard, Miguel Ferreira oder Diego Zoller, nur um einige Beispiele zu nennen. Man muss ihnen halt Zeit geben. Der Kern, der vorher da war, hat sich auch über mehrere Jahre hinweg entwickelt.

Können die Neuzugänge die Abgänge zumindest auf sportlicher Ebene kompensieren?

Ich glaube schon. Qualitativ sind wir meiner Meinung nach nicht schlechter als letztes Jahr.

Welche Rolle spielt das «Exil» in Sins und Wohlen dabei, dass die Mannschaft aktuell so ein Tief hat?

Eine sehr grosse. In den letzten Jahren konnten wir die meisten Heimspiele gewinnen. Momentan finden unsere Heimspiele auch auswärts statt. Klar gibt man sich in Sins Mühe und wir fühlen uns dort wohl. Aber es ist nur schon ein Unterschied, dass die Spieler in den Garderoben keine eigenen Fächlein haben. Wenn auf der Brühl der Kunstrasen drin ist und die Mannschaft die ganze Woche darauf trainiert, denke ich, dass wir zu Hause schon einen grossen Vorteil haben werden.

Wie sieht es mit dem Trainer aus? Hält der Verein an Piu fest?

Natürlich. Wir haben ihm einiges zu verdanken. Nur schon, dass uns der Aufstieg gelungen ist. Vor der Rückrunde letztes Jahr hätten die meisten neben Rotkreuz noch Dietikon als Aufstiegsfavoriten genannt. Die Dietiker haben ein viel grösseres Budget als wir und man sieht auch jetzt, wie ambitioniert diese Mannschaft ist. Und Piu hat uns an ihnen vorbei in die 1. Liga geführt.

Würde er also auch im Worst Case des Abstiegs Trainer bleiben?

Aus meiner Sicht ja. Die Zusammenarbeit mit ihm war von Anfang an mittel- bis langfristig geplant. Seine erste Saison war wegen Corona verkürzt. Er hatte also bisher gerade mal eine ganze Saison beim FC Muri und in dieser sind wir aufgestiegen. Wenn wir jetzt das Budget verdreifacht und was weiss ich für Spieler geholt hätten, dann könnte man ihm vielleicht einen Vorwurf machen. Aber in der jetzigen Situation sicher nicht. Wichtig ist, dass er das Team und die Spieler weiterentwickelt.

Wie schlimm wäre ein Abstieg für den Verein?

Niemand steigt gern ab. Weder in der Vereinsführung noch im Staff oder bei den Spielern. Wir möchten in der 1. Liga bleiben, aber nicht um jeden Preis. Das Wichtigste ist, dass wir die Gesamtphilosophie des Vereins nicht aus den Augen verlieren. Das bedeutet, dass wir finanziell gesund dastehen wollen und in allen Mannschaften eine Entwicklung haben möchten. Aus dieser Perspektive ist es für den Fortschritt unserer Junioren langfristig beispielsweise wichtiger, dass die 2. Mannschaft in die 3. Liga zurückkehrt, als dass die 1. Mannschaft zwingend in der 1. Liga classic bleibt. Wir müssen auch realistisch bleiben. So, wie der Verein aktuell aufgestellt ist, ist die 1. Liga classic in den nächsten Jahren sicher das Maximum, das für den FC Muri machbar ist.

Morgen Samstag spielt das Team gegen Emmenbrücke. Ihre Gedanken?

Emmenbrücke ist ebenfalls ein Aufsteiger, allerdings mit einem deutlich höheren Budget als wir. In einem Wettbüro würde man vermutlich aktuell eine etwas tiefere Quote auf Emmenbrücke erhalten als auf uns. Das bedeutet, dass sie leicht favorisiert sind. Aber jedes Spiel muss zuerst bestritten werden. Und wenn wir gegen den FC Emmenbrücke gewinnen können, sind wir je nachdem schon über dem Strich. Die Situation ist also überhaupt noch nicht prekär. Es stehen noch genug Spiele an. Alles ist machbar.

Kommen wir kurz auf den Anfang zurück. Wie läuft denn Ihre Saison mit den Senioren?

Wir haben eines von fünf Spielen verloren. Gegen Kölliken. Die sind aber auch ein starkes Team. Den Rest haben wir gewonnen.

Also sind Sie ja sehr gut unterwegs.

Ja. Ich muss sagen, wenn wir am Ende mit den Senioren nicht unter den ersten drei wären, dann wäre ich ziemlich enttäuscht. Mit den Senioren ein Platz unter den Top 3 und die 1. Mannschaft auf dem drittletzten Rang und damit gerettet, mit diesem Saisonende wäre ich zufrieden.

Der Freiämter – Josip Lasic

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