Fussballer aus Reusslauffamilie

Meisterschaft, 2. Liga Interregional

Der Tabellenzweite Muri gastiert beim Tabellendritten Adliswil. Ein Sieg würde die Freiämter einen grossen Schritt näher an den Aufstieg bringen. Stürmer Basil Gmür lässt sich von dieser Ausgangslage nicht aus der Ruhe bringen.

Vier Punkte Rückstand hat der FC Adliswil auf den FC Muri. Gewinnen die Klosterdörfler, wächst ihr Vorsprung auf die Nichtaufstiegsplätze. «Danach sind immer noch sechs Spiele», sagt Basil Gmür. «Unter anderem gegen starke Gegner wie Rotkreuz, Schöftland oder Dietikon. Wir wollen den Sieg, aber das Spiel ist nicht saisonentscheidend. Selbst bei einer Niederlage haben wir noch immer einen Punkt Vorsprung. Wir gehen rein wie in jede andere Partie.»

Der 26-Jährige bleibt cool. Seine Coolness beweist er oft genug auch vor dem Tor. So beispielsweise am vergangenen Wochenende im Spiel gegen Lachen/Altendorf, als er beim 4:2-Sieg zum zwischenzeitlichen 2:0 traf. Seine Goalgetterqualitäten sind auch ein Grund, wieso ihn Muri im Februar 2021 vom SC Schöftland ins Freiamt geholt hat. Komplett zufrieden ist er mit seiner Ausbeute im Klosterdorf allerdings nicht. In zehn Partien konnte Gmür zweimal treffen. «In der Wintervorbereitung habe ich mich zum dritten Mal verletzt. Die Saison bei Muri habe ich mir sicher anders vorgestellt. Aber die Mannschaft konnte mich wieder aufbauen und ich bin aktuell wieder so weit, dass ich dem Team helfen kann.»

Mit Freiämter Wurzeln

Basil Gmür fühlt sich in Muri wohl. Das liegt daran, dass er Spielerpräsident Michael Stadelmann gut kennt. Mit Goalie und Leiter Sport Yanick Hofer hat er zudem im Nachwuchs des Teams Aargau zusammengespielt. «Ich wurde aber auch von den anderen Spielern und dem Staff sehr gut aufgenommen», sagt er. Ausserdem hat der Fussballer, der in Schöftland aufgewachsen ist und mittlerweile in Aarau lebt, Freiämter Wurzeln. Sein Vater, Ruedi Gmür, ist in Bremgarten aufgewachsen und hat auch für den FC Bremgarten gespielt. Sein Cousin, Marco Gut, spielt nach wie vor bei den Reussstädtern und war langjähriger Captain des Teams.

«Mein Vater kommt sehr gerne an meine Spiele mit dem FC Muri, weil er da zahlreiche ehemalige Mit- und Gegenspieler trifft», erzählt Gmür. «Ausserdem bin ich mit Geschichten von Trainings unter Hanjo Weller aufgewachsen. Ich durfte mir oft anhören, dass ich nicht jammern soll. Wir wüssten ja nicht, was harte Trainings seien», ergänzt er lachend. Hanjo Weller war ein ehemaliger Bundesliga-Profi und späterer Erfolgstrainer beim FC Wohlen und FC Bremgarten – bei dem auch Basil Gmürs Vater im Team stand.

Eine sehr sportliche Familie

Nicht nur der Fussball ist in seiner Familie populär. Sein Grossvater, Ruedi Gmür senior, war Initiator des Bremgarter Reusslaufs und jahrelang OK-Präsident, bis er den Posten an Basil Gmürs Onkel Stephan Gut übergeben hat. Eine Schwester des Muri-Spielers ist professionelle Triathletin, die andere Turnerin. Er selbst hat, bis er 13 Jahre alt war, neben dem Fussball Leichtathletik betrieben. «Auch jetzt bin ich sehr polysportiv unterwegs. Insbesondere wenn ein Ball in der Nähe ist. Beachsoccer, Tennis, Padel-Tennis, Squash. Das gefällt mir alles sehr gut.»

Insofern überraschen Gmürs weitere Tätigkeiten nicht. Der junge Mann studiert im sechsten Semester Sport-Management an der Fachhochschule in Chur. Dazu wird er ab dem 1. Juni Geschäftsführer der IG Sport Aargau. Die Interessengemeinschaft, in der 32 Aargauer Sportverbände Mitglied sind, hat zum Ziel, den Sport im Kanton zu fördern und weiterzuentwickeln. Fördern und weiterentwickeln will sich Gmür auch gemeinsam mit dem FC Muri. Wobei er mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden ist. «Unser Ziel war, oben mitzuspielen. Das konnten wir bisher umsetzen», sagt er.

Zu Hause stärker als auswärts

Geht die Entwicklung mit einem Sieg gegen Adliswil weiter? Schliesslich wurden die Zürcher in der Vorrunde mit 6:1 bezwungen. «Klingnau haben wir in der Vorrunde sogar mit 7:0 geschlagen und haben das Rückspiel jetzt verloren. Das sollte uns eine Warnung sein», erklärt der Stürmer.

«Tatsache ist, dass wir zu Hause stärker sind als auswärts. Insofern erwarte ich ein engeres Spiel. Aber wie gesagt, es ist nicht saisonentscheidend. Wir haben noch sechs Spiele vor uns und wollen den Zuschauern zu Hause auf der Brühl noch zwei packende Fussballfeste gegen Schöftland und Dietikon liefern.» Vielleicht sogar mit Toren von Basil Gmür.

Der Freiämter – Josip Lasic

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