«Es tut weh, Muri zu verlassen»

Eigentlich sollte die Gründung einer Transferkommission Entlastung für Muri-Sportchef Antonio De Luca bringen. Stattdessen verlässt jetzt der vierte Sportchef innerhalb von drei Jahren die Murianer. Dafür kommt Verstärkung für die dünne Offensive.

Erneut verlässt ein Sportchef den FC Muri. Nach dem Abgang von Marcel Käppeli 2017 nach sieben Jahren als Sportchef entwickelte sich dieser Posten bei den Klosterdörlern zum Schleudersitz. Auf Käppeli folgten Giuseppe «Peppe» Fabbricatore, Marc Täschler und zuletzt Antonio De Luca.

Jetzt verlässt auch Letzterer den Club. «Mit ihm kam durchaus Kontinuität auf den Posten des Sportchefs», erklärt Yanick Hofer, Leiter Sport und Goalie beim FC Muri. «Der Hintergrund, dass er den Club jetzt verlässt, ist nicht mit den früheren Abgängen der Sportchefs zu vergleichen.»

Transferkommission statt alleiniger Sportchef

Der Vorstand des FC Muri hat Ende Saison 2019/2020 beschlossen, die Aufgaben eines Sportverantwortlichen auf mehrere Schultern zu verteilen. Dazu wurde auf die neue Saison 2020/2021 eine Transferkommission gegründet. Mit dieser wird sichergestellt, dass die Kaderplanung, Kaderzusammensetzung und Koordination sämtlicher Aktiv- und Juniorenmannschaften besser aufeinander abgestimmt werden. Die Aufgaben werden künftig auf mehrere Schultern verteilt. «Wir haben beim FC Muri die Philosophie, dass ein gewisser Anteil der Spieler aus Muri kommt, ein Teil aus dem Freiamt und ein Teil Auswärtige sind», sagt Hofer. «Ernst Engel ist in der Transferkommission für die Murianer verantwortlich. Er hält Kontakt mit Junioren, die den Verein verlassen, um sie eines Tages allenfalls zurückzuholen. Stefan Bauer ist für die Verbindungen ins restliche Freiamt verantwortlich. Antonio De Luca hätte den Part mit den Transfers von auswärtigen Spielern übernommen und ich als Leiter Sport bin für die Leitung der Kommission zuständig.»

«Zeitpunkt, mir Pause zu gönnen»

Mit diesem Grundsatzentscheid der Verantwortlichen des FC Muri war klar, dass es den Posten eines Sportchefs und Einzelkämpfers in der bisherigen Form beim FC Muri nicht mehr geben wird. Der Verein war bemüht, De Luca in dieser Kommission einzubinden. Er verzichtet aber auf die Funktionen und wird den FC Muri per sofort verlassen. «Ich möchte betonen, dass es keine Trennung im Streit ist. Es tut mir weh, den FC Muri zu verlassen», sagt De Luca. «Ich übernehme aber gern Verantwortung. Diese habe ich in dieser Position so nicht mehr. Ausserdem bin ich nach zwölf Jahren als Sportchef in diversen Clubs müde», ergänzt der abtretende Sportchef. «Zuletzt war die Situation mit dem Coronavirus auch enorm belastend. Ich musste teilweise Spieler verppichten, ohne sie vorher gesehen zu haben. Deshalb dachte ich, dass es vielleicht der richtige Zeitpunkt ist, um mir eine Pause zu gönnen.»

De Luca und Hofer äussern beide, dass sie in Kontakt bleiben werden. «Ich hatte schon Angebote anderer Vereine. Momentan möchte ich diese aber nicht annehmen», sagt De Luca. «Spieler kontaktieren mich dennoch. Wenn sich jemand meldet, der für den FC Muri interessant sein könnte, werde ich das an Yanick weiterleiten.» Hofer: «Toni De Luca hat gesagt, dass er gern auch künftig an Spielen des FC Muri sein wird. Das würde uns alle sehr freuen.»

Garofalo zurück zu Mutschellen

Verlassen wird den FC Muri ebenfalls Innenverteidiger Daniele Garofalo. Nach nur einer halben Saison wechselt er zurück zum FC Mutschellen. Begründung: «Er hat gesagt, dass er den Verein und die Kollegen dort vermisst und es nichts mit dem FC Muri zu tun hat», so Hofer.

Garofalo musste in der Vorrunde notgedrungen häufig als Mittelstürmer statt auf seiner angestammten Position in der Defensive spielen. «Es ist schade, dass er geht», sagt Hofer. «In der Rückrunde wäre er sicher als Defensivmann noch wichtig geworden für uns.»

Der Abwehrspieler selbst sagt, dass der Abgang nichts mit seinen positionsfremden Einsätzen zu tun hat. «Absolut nicht. Mir gefällt es sehr gut in Muri und ich wurde grossartig in die Mannschaft aufgenommen. Beim FC Mutschellen fühlt es sich aber so an, als hätte ich meine Familie zurückgelassen. Ich vermisse den Club und meine Kollegen, mit denen ich sechs Jahre zusammengespielt habe.»

Ex-U-Nationalspieler kommt

Neu zum FC Muri kommt Diego Zoller. Der 25-jährige Offensivspieler wurde bis zur U21 beim FC Zürich ausgebildet und spielte bis zur U20 für die Schweizer Nachwuchsnationalmannschaften. In der Vorrunde war Zoller für den FC Kosova Zürich in der 1. Liga im Einsatz. «Verletzungen haben ihn nach seiner FCZ-Zeit etwas zurückgeworfen, weshalb er eine Zeit lang bei Erstligisten wie Cham, Zug oder zuletzt Kosova gespielt hat», sagt Hofer. «Da er im offensiven Mittelfeld, auf dem Flügel und als Stürmer einsetzbar ist, hoffen wir, dass er unseren Mangel an Offensivspielern etwas beheben kann.» Hofer geht davon aus, dass Zoller nicht der letzte Transfer beim FC Muri sein wird und sie zumindest noch einen Offensivmann verplichten können.

In der Defensive liegt die Hoffnung darauf, dass Jan Burkard von seiner Verletzung zurückkehrt und im Abwehrzentrum seinen Platz neben Simone Parente findet.

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