Eine krasse Ohrfeige

Schlusslicht Muri hat in Basel nichts zu melden. «Wir haben uns teilweise sehr blöd angestellt», sagt Trainer Luca Ferricchio, der diese Pleite auf seine Kappe nimmt.

18 Minuten lang ist der FC Muri einigermassen ebenbürtig. Dann verlieren die Freiämter im Mittelfeld den Ball und die Black Stars nutzen das eiskalt aus. Ein Pass in die Tiefe genügt und der Gegner trifft zum 1:0. Und für die Murianer ist die vierte Niederlage im sechsten Saisonspiel bereits Tatsache. «Das 1:0 war bereits der Genickbruch», sagt Trainer Luca Ferricchio. Muri zeigt danach keinerlei Reaktion. «Wir waren sofort wieder ängstlich, unsicher, zeigten keine Leidenschaft. Es war kein schöner Nachmittag», so der Trainer weiter.

Auflösungserscheinungen

Nach 25 Minuten geht Muri-Aussenverteidiger Jennys Hügi zu ungestüm in den Zweikampf. 2:0. Kurz vor der Pause spielen sich die Basler lässig und ohne Gegenwehr über die Aussenbahn. Pass zur Mitte. 3:0. «Die Zuteilung passte nicht, wir kommunizieren zu schlecht in dieser Szene», sagt der Trainer. Kaum ist nach der Halbzeit wieder angepfiffen, geht es in diesem Stil weiter. Flanke. Der Basler Torschütze steht allein vor dem Tor. 4:0 nach 49 Minuten. Zehn Minuten später das 5:0. Ein Muri-Spieler wird am Kopf getroffen, der Abpraller ist eine Steilvorlage für Gabriele Levante, der trocken ins Eck abschliesst. 5:0. Und der letzte Treffer, das 6:0 nach 76 Minuten, zeigt auf, dass sich die Murianer längt aufgegeben haben. Bei der Hereingabe hat der Basler Spieler weit und breit keinen Murianer Gegenspieler bei sich. Beim Penaltypunkt steht Enis Fazlija völlig blank und schiebt wie im Training ein zum 6:0-Endstand. Auf lösungserscheinungen beim FC Muri.

«Ja, das war heftig», sagt Trainer Ferricchio, der sein Team nach dem Schlusspfiff zusammennimmt. «Black Stars war der effizienteste Gegner bislang. Die haben ordentlich Qualität. Wir waren von A bis Z chancenlos. Und wir haben uns auch nicht gewehrt. Das war nicht die richtige Einstellung.» Der Trainer sagt dann etwas überraschend: «Ich nehme diese Niederlage auf meine Kappe.» Wieso das? «Wir haben vor dem Spiel viel geredet, den Gegner analysiert, Videostudium betrieben, aber vielleicht war es zu wenig. Vielleicht habe ich es auch nicht geschafft, die Jungs zu motivieren.» Er habe das Team gegen die Black Stars nicht mehr erreicht.

Und jetzt?

Nach dem Punktgewinn und dem guten Spiel letzte Woche gegen Münsingen (0:0) gibt es jetzt eins aufs Dach. «Schade», meint der Trainer. Anscheinend liegen den Murianern die Teams aus Basel nicht sonderlich. Gegen Muttenz gab es auch sechs Tore (3:6-Pleite). Immerhin: Am nächsten Sonntag ist ein Team aus dem Berner Oberland (Thun) zu Gast auf der Brühl (14.30 Uhr).

Beim FC Muri fehlten mit Belmin Mrkonja, Marko Bicvic, Guy-Roger Eschmann (alle verletzt), Yannik Wiget (Schule) und Ernes Paden (Urlaub) einige wichtige Spieler. Als Ausrede sollen diese Absenzen aber nicht gelten. «Wir müssen jetzt andere, frische Gedanken in die Köpfe kriegen. Diese Partie müssen wir analysieren, aber auch abhaken und nach vorne schauen.» Es war Muris schlechtestes Spiel in der noch jungen Saison. Aber vielleicht ein Schuss vor den Bug zum richtigen Zeitpunkt. Denn jetzt sollte jedem klar sein: Tritt der FC Muri weiterhin so auf wie gegen die Black Stars, dann werden die Klosterdörfler am Ende der Saison absteigen.

Matchberichte

Berichte

,

Abstieg ist definitiv

Was sich lange abgezeichnet hat, ist jetzt Tatsache. Nach der Niederlage in Bassecourt hat der FC Muri keine Chance mehr, den Abstieg abzuwenden. Präsident Michael Stadelmann versucht nach vorne zu…
weiterlesen
,

Steigerung bleibt unbelohnt

«Er wird daran wachsen. Er ist noch jung.» FC-Muri-Trainer Luca Ferricchio verteidigt seinen Schützling Bryan Huber. Was ist passiert? Nachdem sich Stammgoalie Silvano Kessler bei einer Aktion am Knie verletzt…
weiterlesen