In einer hart umkämpften Partie geht der Freiämter Zweitligist nach erneut durchzogener Leistung diesmal als Verlierer vom Platz und verpasst es damit, den Vorsprung auf die Verfolger um den zweiten Aufstiegsplatz entscheidend zu vergrössern. Trotz früher Führung schaffte es die Mannschaft von Trainer Piu nicht, den Sack zuzumachen und damit von der Niederlage des direkten Verfolgers Dietikon zu profitieren. Mit einem sehenswerten Freistoss-Tor in der 85. Minute entführte der FC Sursee drei Punkte aus dem Stadion Brühl, nachdem eine Fehlerkette des Heimteams den Gästen bereits in der 55. Minute den zu diesem Zeitpunkt eher glücklichen Ausgleich ermöglicht hatte.
Zu hohe Fehlerquote
«Irgendwo zwischen Adliswil und Grenchen ist uns die Leichtigkeit abhandengekommen», meinte der sichtlich enttäuschte Muri-Trainer Piu nach dem Spiel. «Eine Steigerung gegenüber der Leistung vom Mittwoch in Grenchen war zwar da, aber unsere Fehlerquote heute war sowohl hinten wie vorne einfach zu hoch», versucht er die Niederlage zu erklären.
Ob der eine oder andere Spieler nun doch etwas Druck verspürt ob der guten Ausgangslage? «Es ist eine Blockade im Kopf, die wir lösen müssen. Von mir hat die Mannschaft keinen Druck, den macht sie sich höchstens selber», sucht der Trainer selbst nach Antworten.
Das Spiel wurde in der ersten Hälfte von beiden Seiten sehr intensiv geführt. Durch die vielen Unterbrüche konnte kein richtiger Spielfluss entstehen, dafür hatten die Physiotherapeuten alle Hände voll zu tun. Immer wieder lag ein Spieler am Boden und musste gepflegt werden – mit den vier bis zur Pause ausgesprochenen Verwarnungen waren die beiden Teams noch gut bedient. Das 1:0 durch Diego Zoller nach 21 Minuten hätte das Spiel des Heimteams beruhigen können, doch in Abwesenheit von Captain Michi Hohl schafften es die Klosterdörfler irgendwie nicht, die Fehlerquote zu senken und den Gegner laufen zu lassen.
Das Glück war auch aufgebraucht
Offenbar hatte Trainer Piu in der Pausenansprache die richtigen Worte gefunden, denn danach war zumindest der Wille erkennbar, die Fehler aus Hälfte eins nicht zu wiederholen. Die erhöhte Lauf bereitschaft trug schon bald Früchte und die Angriffe des Heimteams waren nun deutlich zielgerichteter. Die Murianer vermochten keinen Profit aus dieser Druckphase zu ziehen, in der sie sich mehrere gute Tormöglichkeiten erarbeiteten. Im Gegenteil: Sursee konnte die Partie zehn Minuten nach der Pause entgegen dem Spielverlauf wieder ausgleichen.
Die letzte halbe Stunde war dann ein ständiges Hin und Her. Die schwindenden Kräfte wirkten sich bei beiden Mannschaften negativ auf den Spielaufbau aus, sodass kaum mehr Chancen resultierten und Torgefahr nur noch nach individuellen Fehlern entstand. Ein solcher führte dann fünf Minuten vor Spielende zu einem Gästefreistoss aus knapp 20 Metern, den Sursees Mittelfeld-Regisseur Cikaqi herrlich verwertete. «Am Mittwoch hatten wir noch Glück, drei Punkte aus Grenchen mitzunehmen, aber heute war die Mannschaft nicht in der Lage, die vielen nicht erzwungenen Fehler zu kompensieren», zeigte sich der Muri-Coach durchaus selbstkritisch.
Zum Spitzenreiter nach Rotkreuz
Am kommenden Samstag (Spielbeginn 18 Uhr) bietet sich der Piu-Elf in Rotkreuz gegen den souveränen Tabellenleader die Möglichkeit der Wiedergutmachung.
Die Entscheidung um den Aufstieg wird für die Klosterdörfler wohl erst in den beiden Duellen gegen die direkten Mitkonkurrenten SC Schöftland und FC Dietikon fallen – es bleibt also spannend.