Der dreifache Zoller

Muri - Adliswil 6-1 (3-0)

Der FC Muri feiert gegen Adliswil den dritten Sieg in Serie. Die Klosterdörfler haben in den vergangenen drei Partien jetzt 17 Treffer erzielt. Gegen Adliswil trumpft Diego Zoller mit drei Toren auf.

«Es war wieder Zeit für Tore. Ich habe jetzt seit drei Spielen nicht mehr getroffen», scherzt Diego Zoller nach dem 6:1-Sieg der Murianer. Die gute Laune des 26-Jährigen ist kaum überraschend. Mit drei Treffern hat er grossen Anteil am deutlichen Ergebnis gegen die Zürcher.

Der ehemalige U19-Internationale bleibt trotz aller Freude selbstkritisch. «In der ersten Halbzeit waren wir nicht wirklich besser. Lediglich effizienter. Uns sind einige Fehler unterlaufen, von denen Adliswil aber nicht profitieren konnte.» Effizienter zu sein als der Gegner, reicht allerdings völlig aus. Nach neun Minuten geht Muri durch Zoller mit 1:0 in Führung. In der 41. Minute erhöht Captain Michael Hohl auf 2:0. Kurz vor der Pause fällt das 3:0. Torschütze ist erneut Zoller. Das Spiel scheint entschieden zu sein.

«Sieg geht in der Höhe in Ordnung»

In der 2. Halbzeit gibt es ein vermeintliches kurzes Aufbäumen der Gäste. In der 54. Minute verkürzt Ilir Buqaj per Penalty auf 3:1. Eine Minute später ist der Drei-Tore-Vorsprung für Muri wiederhergestellt. Captain Michael Hohl trifft zum zweiten Mal. In der 90. und 92. Minute sorgen Ferreira und Zoller mit seinem dritten Treffer für den Endstand. «In der zweiten Halbzeit waren wir die deutlich bessere Mannschaft, deshalb geht der Sieg in dieser Höhe auch in Ordnung», sagt der Drei-Tore-Mann. «Die Fehler, die wir in der ersten Halbzeit gemacht haben, müssen wir dennoch abstellen.»

Das alles klingt allerdings nach Jammern auf hohem Niveau. Nach der ersten und bisher einzigen Niederlage der Saison gegen Mutschellen hat Muri einen unglaublichen Lauf. 7:0-Sieg gegen Klingnau, 4:2-Sieg gegen Lachen/Altendorf und jetzt das 6:1 gegen Adliswil. Zoller ballert sich mit seinen drei Goals zudem auf den 3. Platz in der Torschützenliste der Murianer 2.-Liga-Inter-Gruppe. Auf Rang 1 der Goalgetter thront Muri-Captain Michael Hohl, der mit zwei Goals gegen Adliswil auch viel zum Kantersieg beigetragen hat. Gleich hinter Zoller stehen zudem Joel Trüb und Noaim Bayazi mit je vier Toren. «Das zeigt, wie viel Potenzial und Qualität in unserem Team steckt. Es ist einiges möglich in dieser Saison», sagt Zoller.

Cup-Qualifikation und die «Grossen»

Der 6:1-Sieg gibt den Klosterdörflern auf jeden Fall Selbstvertrauen. Das haben sie auch nötig. Morgen Mittwoch, 20.15 Uhr, ist Muri bereits wieder im Einsatz. Die Freiämter empfangen Brunnen in der 1. Vorrunde der Cup-Qualifikation. Die Gäste aus dem Kanton Schwyz sind in ihrer 2.-Liga-Inter-Gruppe aktuell auf Rang 3 klassiert. Der Gegner hat Qualität. «Wir wollen uns unbedingt für den Cup qualifizieren», erklärt Diego Zoller. «Und ich traue uns das auch zu.» Danach warten in der Meisterschaft die grossen Brocken. In den nächsten fünf Spielen treffen die Murianer, die aktuell auf dem 2. Platz in der Tabelle stehen, auf die vier potenziell stärksten Gegner. Es warten Sursee (5.), Rotkreuz (1.), Schöftland (4.) und Dietikon (3.). Besonders Leader Rotkreuz, der bisher sieben Siege aus sieben Spielen geholt hat, wird eine harte Nuss zum Knacken. «Wir hatten bisher die vermeintlich ‹kleinen› Gegner und haben uns zwei dumme Punktverluste gegen Grenchen und Mutschellen geleistet», erklärt der ehemalige FCZ-Junior. «Aber wir wissen, was wir können. Ich sehe es als absolut machbar an, einen Gegner wie Rotkreuz zu schlagen», so der Offensiv-Mittelfeldspieler.

Es werden intensive Wochen für den FC Muri. In den letzten Spielen haben die Klosterdörfler allerdings gezeigt, dass sie sehr viel Qualität im Team haben und mehrere Spieler – wie beispielsweise einen Diego Zoller – die eine Partie im Alleingang entscheiden können. –jl

«Wir wollen in den Cup»

Fussball, Cup-Qualifikation: Muri – Brunnen (Mittwoch, 20.15 Uhr, Brühl)

Morgen Mittwoch geht es für Muri bereits weiter. In der Cup-Qualifikation wartet der FC Brunnen. Goalie und Leiter Sport Yanick Hofer versucht den Gegner einzuordnen. «Ich glaube, dass sie in erster Linie über das Kollektiv stark sind», so Hofer. «Sie haben mit Matej Schwendt einen Stürmer, der in den bisherigen Spielen neun Tore erzielt hat. Und Mittelfeldspieler Marco Wiget hat Challenge-League-Erfahrung mit Kriens. Darüber hinaus fehlen dem Team grosse Namen. Dennoch sind sie auf dem 3. Platz in der Gruppe 4 der 2. Liga interregional. Man darf sie nicht unterschätzen.» Für Muri ist das Spiel sehr wichtig. Hofer: «Wir wollen in den Cup. Neben einem Rang in den Top 5 der Meisterschaft ist die Cup-Qualifikation unser grosses Ziel.»

Einen Vorteil sieht Hofer darin, dass Muri momentan einen Lauf hat. «Wir waren gegen Adliswil über weite Strecken nicht das bessere Team und gewinnen dennoch mit 6:1. Momentan läuft viel für uns. Das gibt Selbstvertrauen.»

«Müssen Wechsel vornehmen»

So sieht es auch Trainer Piu. «Ich wollte das Team auf dieses Level bringen. Momentan sind die Spieler mental so stark, dass wir auch Wechsel vornehmen können, ohne grossen Leistungsabfall. Aktuell habe ich etwa 16 Stammspieler.» Piu betont, dass er gegen Brunnen rotieren möchte. «Wir müssen einige Wechsel vornehmen. Es gibt Spieler, die eine Pause benötigen. Und am Wochenende haben wir mit Sursee das nächste schwierige Spiel.»

Der Trainer ist der Ansicht, dass es trotz Rotation keinen Leistungsabfall geben sollte. «Ich würde nicht wechseln, wenn ich nicht den Eindruck hätte, dass es in der Mannschaft funktioniert. Das Spiel gegen Brunnen nehme ich nicht auf die leichte Schulter. Die Cup-Qualifikation ist uns wichtig.» Piu würde sich freuen, mit Muri in der nächsten Saison auf ein Team der Super oder Challenge League zu treffen.

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