Blitzstart und endlich ein Bier

Meisterschaft, 1. Liga Classic

Muri vs. Emmenbrücke 3-1 (1-0)

Zweimal ein schnelles Tor nach Anpfiff. Ein erlösendes Tor in der Nachspielzeit. Muri schafft beim 3:1-Erfolg gegen Emmenbrücke einen weiteren wichtigen Sieg. Der rettende Strich ist so nahe wie selten zuvor in dieser Saison.

«Ich freue mich sehr, mit der Mannschaft wieder ein Bier trinken zu können», meint Muri-Trainer Piu nach dem Spiel mit lautem Lachen. Nachdem er in den letzten Wochen in der Fastenzeit konsequent auf Süsses und Alkohol verzichtet hatte, werde er das nun umso mehr geniessen. Und es bleibt zu hoffen, dass es nach den restlichen Spielen dieser Saison noch öfter Grund zum Anstossen geben wird, denn nur so ist der Ligaerhalt zu schaffen. «Wir müssen in jedem Spiel ans Limit gehen, um zu punkten», so Piu.

Gegen den FC Emmenbrücke zeigen die Murianer eine gute Leistung. «Aber das Team kann es noch besser», meint Piu. Insbesondere das erfolgreiche Abschliessen von Kontermöglichkeiten ist ihm dabei ein Anliegen. «Wir hätten die Partie schon viel früher entscheiden müssen, das Zittern war wirklich unnötig.»

Tatsächlich lief eigentlich alles zugunsten des Heimteams: Milicaj trifft schon in der ersten Minute zum 1:0. Hinten hält die Abwehr im ersten Durchgang dicht. Und zum Start in die zweite Halbzeit trifft erneut Milicaj sehr schnell zum 2:0 (48.). Klingt nach einem gemütlichen Nachmittag für die Murianer Kicker. War es aber nicht. Denn trotz des positiven Spielverlaufs schafften es die Freiämter nicht, Ruhe ins Spiel zu bringen und den Match kontrolliert zu Ende zu spielen. Nach 52 Minuten gelingt Emmenbrücke der Anschluss (2:1). Muri wankt danach, fällt aber nicht. «Weil wir den Sack nicht zumachen, müssen wir zittern. Und dann machen wir zu viele Fehler. Zum Glück hat uns der Gegner dafür nicht bestraft», so Piu.

Milicaj: Erst genervt, dann geladen

Dass ausgerechnet Luigi Milicaj – der im letzten Spiel gegen Concordia zuerst auf die Bank musste und dann leicht genervt seine Unzufriedenheit darüber äusserte – den FC Muri mit seinen beiden schnellen Toren auf die Siegerstrasse schoss, nimmt der Trainer mit Genugtuung zur Kenntnis: «So funktioniert Rotation. Milicaj hat als Aggressivleader der Mannschaft viel gebracht und als Doppeltorschütze hat er wesentlichen Anteil am Erfolg. Wenn Unzufriedenheit mit der persönlichen Situation dazu führt, dass Spieler auf dem Platz alles geben, dann kann ich gut damit leben», sagt der Trainer. Und Stürmer Luigi Milicaj wollte seinen Auftritt selber nicht kommentieren, was für einmal auch nicht nötig war. Milicajs Leistung auf dem Platz war Antwort genug.

Dass der Gegentreffer zum 2:1 (52.) das Heimteam etwas aus dem Tritt brachte, war offensichtlich. Das Spiel wurde nun hektischer und die Diskussionen mit dem Schiedsrichter häufiger. Dabei war augenscheinlich, dass sich die Defensivorganisation bei den Freiämtern seit Saisonbeginn deutlich verbessert hat. Einerseits brachte Simone Parente nach seiner Rückkehr die nötige Ruhe in die Abwehrkette, wo er zusammen mit Belmin Mrkonja für Stabilität in der Innenverteidigung sorgt. Andererseits scheint der Trainer mit der neuen Doppel-Sechs aus Jan Burkard und Yannik Wiget endlich eine Lösung fürs defensive Mittelfeld gefunden zu haben. «Es ist natürlich schade, dass Jan Burkard mit Gelb-Rot vom Platz muss und im nächsten Spiel gesperrt ist. Aber das Kader ist aktuell breit genug, dass wir auch eine gute Leistung abliefern können, wenn ein oder zwei Spieler fehlen.»

Neben den beiden schnellen Milicaj-Toren gab es auch noch ein sehr spätes: In der 94. Minute erlöste Thibault Lancry das Heimteam mit seinem dritten Saisontreffer zum 3:1-Endstand. Der Jubel war riesig im Stadion Brühl. Die Erleichterung ebenso. Präsident Michael Stadelmann sagt: «Es folgen nun die entscheidenden Wochen, unter anderem mit dem Derby gegen den FC Wohlen und dann mit dem richtungsweisenden Spiel in Langenthal. Der Schwung der letzten Wochen stimmt uns zuversichtlich, aber es wird natürlich nicht einfach. Doch nun freue ich mich auf ein Bier mit der Mannschaft – und dem Trainer.» Am Samstag (16 Uhr) gehts es auswärts zum FC Schötz.

Der Freiämter – Patrick Fischer

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