B-Junior bringt Hoffnung zurück

Meisterschaft, 1. Liga Classic

Köniz vs. Muri 0-1 (0-1)

Nach den zwei deutlichen Pleiten gegen Wohlen und ThunII fand der FC Muri auswärts in Köniz zurück auf die Siegerstrasse. In einem chancenarmen Spiel ackerte der Muri in der Abwehr stark und hatte mit Tom Singenberger einen unerwarteten Matchwinner.

«Das fühlt sich natürlich grossartig an», meinte Tom Singenberger nach dem Spiel. Der 17-Jährige erzielte das goldene Tor zum 0:1-Auswärtserfolg des FC Muri in Köniz. «Das war mein erstes Tor für die erste Mannschaft, und dazu noch so ein wichtiges», fügte der B-Junior des FC Muri stolz hinzu. Erst am Vorabend hatte er von Trainer Piu ein Aufgebot für den Match gegen Köniz erhalten «und zum Glück noch nichts anderes vorgehabt», wie er lachend ergänzt.

Auch Piu auf dem Matchblatt

Tatsächlich musste Coach Piu quasi mit dem letzten Aufgebot ins Bernbiet reisen, nachdem einige Stammkräfte kurzfristig Forfait geben mussten. Die Liste der prominenten Abwesenden: Temircan, Trüb, Seferagic, Nikolla, Mrkonja, Zoller und D’Acunto. Sogar Trainer Piu stand diesmal auf dem Matchblatt, was die aktuell prekäre Personalsituation bei den Klosterdörflern unterstreicht. Doch trotz dieser nicht optimalen Rahmenbedingungen gelang es den Murianern, einen weiteren Auswärtssieg gegen eine deutlich besser klassierte Mannschaft zu erringen. «Das ist einer meiner schönsten Siege als Trainer», frohlockte Piu nach dem Schlusspfiff. «Der Matchplan ist perfekt aufgegangen und wir haben mit unseren Mitteln das Optimum herausgeholt.»

Es war ein hart erarbeiteter, aber keineswegs gestohlener Sieg seiner Mannschaft. Beeindruckend war vor allem die defensive Geschlossenheit, die seine Spieler auf dem Platz zeigten. Captain Simone Parente dirigierte die neu formierte Abwehr souverän und stopfte immer wieder Löcher im Zentrum, wenn die Aussenverteidiger überlaufen oder ausgespielt waren.

Vorbildliche Laufbereitschaft

Einen wichtigen Anteil am defensiven Erfolg hatte aber auch Jan Burkard, der den pfeilschnellen und bulligen Mittelstürmer der Könizer über weite Strecken des Spiels sehr gut im Griff hatte. Und drangen die Offensivkräfte der Gastgeber doch einmal durch, war Schlussmann Orlando Gyr zur Stelle und machte deren Chancen mit starken Paraden zunichte. Noch entscheidender für den Erfolg Muris war jedoch die Disziplin seiner Offensivkräfte in der Rückwärtsbewegung. Eine wirklich vorbildliche Laufbereitschaft – zumindest solange es die Kräfte zuliessen – verunmöglichte über weite Strecken einen gepflegten Spielaufbau bei Köniz, weshalb auch sie nur zu wenigen Torchancen kamen. «Zuerst musste hinten die Null stehen», begründet Ernes Paden die disziplinierte Defensivarbeit seines Teams. «Wenn du in zwei Partien 13 Tore kassierst, ist das schlecht für die Moral und auch fürs Selbstvertrauen. Deshalb lag die Priorität heute ganz klar darin, hinten dichtzuhalten», so Paden.

Zwei B-Junioren sorgen für den goldenen Treffer

Sowohl Paden wie auch der wieder genesene Luigi Milicaj oder Stürmer Thibault Lancry hatten nominell zwar offensive Aufgaben zu erledigen, fanden sich aber oftmals in der eigenen Platzhälfte wieder, um den Gegner beim Spielaufbau zu behindern. Gleiches galt auch für Mittelfeldstratege Miguel Ferreira, der diesmal weniger mit gekonnten Zuspielen auf die Stürmer als mit starken Balleroberungen im Mittelfeld glänzte. Als die Energie nach einer guten Stunde doch bei einigen Akteuren merklich nachliess, mussten neue Kräfte her. Piu entschied sich – wohl auch mangels Alternativen –, für die letzten 20 Minuten auf die beiden B-Junioren Tom Singenberger und Ermal Krasniqi zu setzen, und lag damit goldrichtig. Denn nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung stand Singenberger nach einer Flanke von links und der Kopfballvorlage von Krasniqi genau richtig, um den Ball über die Linie zu drücken und seine Farben in Führung zu bringen.

In der Schlussviertelstunde versuchte das Heimteam dann nochmals alles, um doch noch zum Ausgleich zu kommen. «Da hätten wir noch den ein oder anderen Konter besser ausspielen müssen, um den Deckel zuzumachen», fand Trainer Piu dann doch noch ein paar kritische Worte. Dies taten seine Spieler allerdings nicht, und so blieb es spannend und hektisch bis zum erlösenden Schlusspfiff in der 94. Minute. Dank diesen drei Punkten bleibt die Hoffnung auf den Ligaerhalt weiterhin gross. Der Abstand zu Emmenbrücke (und damit auf den Nichtabstiegsplatz) beträgt einen Punkt. «Es zählte heute nur der Sieg, nach der Art und Weise fragt morgen keiner mehr», meinte Ernes Paden am Ende, bevor er sich zu seinen singenden Kameraden in die Garderobe begab.

Der Freiämter – Patrick Fischer

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